
Die Geschichte
Gustav Gardels, gelernter Friseur, wechselte der Liebe zu Gastwirtstochter Liesa Ringe wegen seinen Beruf. 1892 erfolgte der Bau eines großen Saals mit Bühne für Theater- und Musikveranstaltungen. Außerdem errichtete Gustav den ersten "Eiskeller" in St. Michaelisdonn. Das Natur-Eis, welches im Winter mit Pferdefuhrwerken vom Badeteich geholt wurde, wurde im Sommer eimerweise verkauft.
Nebenbei war der Jung-Gastronom erfolgreicher Unternehmer seiner Limonaden- und Tafelwassserfabrik. Eine Flasche existiert auch heute noch - nach 120 Jahren.
Gustav Gardels' designierter Nachfolger, der älteste Sohn Karl, fiel im 1. Weltkrieg. Nach dem Tod Gustavs bewirtschaftete der zweitälteste Sohn Johannes - von Beruf Lehrer - zusammen mit seiner Schwester Emma den Betrieb, bis 1920 der jüngste Sohn Otto soweit war, mit seiner Frau Frieda die Gastwirtschaft zu übernehmen.
Auch Otto expandierte kräftig, ließ als erster im weiten Umkreis eine Zentralheizung mit zentraler Wasserversorgung installieren, stockte um zwei Etagen auf und bot seinen Gästen - eine kleine Sensation in der damaligen Zeit - fließend warmes und kaltes Wasser. Nebenbei richtete Otto Gardels in seinem Haus das erste Kino der Gegend ein, wo die großen Stummfilmstars der Zwanziger Jahre über die Leinwand flimmerten.
Otto Gardels starb 1943.
Sohn Walter fiel im Krieg und so steuerten Ottos Frau Frieda und seine Tochter Lieselotte den Betrieb durch die Kriegswirren. 1949 heiratete Lieselotte den Flugzeugingenieur Hans Peters, der weiter anbaute und die erste öffentliche Badeanstalt mit Warmwasserbadewannen in St. Michaelisdonn einrichtete. Oma Frieda führte weiter in der Küche das Regiment.
1953 errichtete Hans Peters einen neuen - noch größeren Saal - mit 750 Sitzplätzen und umlaufender Galerie.
1966 übernahm Jens Peters von seinem Vater das Hotel. Auch ihn packte das Baufieber. In den Jahren 1972/73 wich der große Festsaal einem Restaurant mit 120 Sitzplätzen. An Stelle der früheren Saalgalerie entstanden neue Hotelzimmer.
Bereits 1973, im Gründungsjahr der Ringhotels Deutschland e.V., trat Jens Peters der Kooperation bei.
1978 erfolgte ein weiterer Anbau, da der regionalen Industrie enorme Wachstumschancen bescheinigt wurden. Das Hotel verfügte nunmehr über 91 Hotelzimmer, Hallenbad, Kegelbahn und sieben verschiedene Klubräume.
In den folgenden Jahren zeichnete sich deutlich ab, dass das prognostizierte Wachstum der Industrie nicht eintraf. Jens Peters verkleinerte nach dem Motto "aus zwei mach eins" nach und nach die Zimmerkapazität zugunsten des Komforts. Außerdem verstärkte er seine Bemühungen, im Seminar- und Tagungsbereich Fuß zu fassen, mit dem Bau einer kleinen aber feinen Seminarzone. Heute ist dieser Bereich eines der Standbeine des Betriebs.
1997 trat Sohn Jan Peters, nun in der fünften Generation, an die Stelle seines Vaters - mit neuen Ideen und einem neuen Konzept.
Im Mai 2001 wurde das alte Schwimmbad aus den 70er Jahren durch einen modernen Sauna- und Fitnessbereich ersetzt.
2006 wurden das Restaurant, die Banketträume, die WC-Anlagen und die Terrasse komplett umgebaut und in warmen Farben neu gestaltet.
2007 wurden der Barbereich, die Rezeption und die Lobby umgebaut und dem neuen Standard angepasst.
In den Jahren 2008 und 2009 erfolgten die ersten Zimmerrenovierungen nach dem neuen Konzept.
Aus dem kleinen Landgasthof von 1882 ist ein Vier-Sterne-Hotel mit 40 Mitarbeitern geworden. Ziel ist es, Tradition und Innovation harmonisch zu verbinden.






